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	<title>Menorca Horses&#187; cultuur &amp; tradities</title>
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		<title>Sandalen uit Menorca, Avarques</title>
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		<pubDate>Thu, 14 May 2009 20:16:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andres</dc:creator>
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		<description><![CDATA[

De trendy menorcaanse sandalen uit Menorca zijn van oudsheer het schoeisel van de boeren van het eiland, vroeger gemaakt van de huid van een varken en de sol van afgedankte autobanden. Ze bestaan al eeuwen op het Spaanse eiland, tegenwoordig worden ze als trendy product wereldwijd geexporteerd
]]></description>
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De trendy menorcaanse sandalen uit Menorca zijn van oudsheer het schoeisel van de boeren van het eiland, vroeger gemaakt van de huid van een varken en de sol van afgedankte autobanden. Ze bestaan al eeuwen op het Spaanse eiland, tegenwoordig worden ze als trendy product wereldwijd geexporteerd


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		<title>Tradition und Feste auf Menorca</title>
		<link>http://www.menorcahorses.com/blog/events-shows-feesten/tradition-und-feste-auf-menorca/</link>
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		<pubDate>Tue, 12 May 2009 19:27:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>andres</dc:creator>
				<category><![CDATA[Events, shows & feesten]]></category>
		<category><![CDATA[Nieuws]]></category>
		<category><![CDATA[Sant Joan]]></category>
		<category><![CDATA[cultuur & tradities]]></category>
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		<category><![CDATA[Menorquin]]></category>
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Das Pferd ist der Hauptdarsteller aller Volksfeste, die den gesamten Sommer über auf Menorca gefeiert werden. Von Juni bis September lassen Pferde und Reiter, in schwarz und weiß gekleidet die Ersten, mit Schleifen, Stickereien und bunten Nelken geschmückt die Zweiten, jedes Jahr ein Ritual aufleben, dessen Ursprünge auf das 14. Jahrhundert zurückgehen.
Der Festtagskalender dieser Volksfeste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p>Das Pferd ist der Hauptdarsteller aller Volksfeste, die den gesamten Sommer über auf Menorca gefeiert werden. Von Juni bis September lassen Pferde und Reiter, in schwarz und weiß gekleidet die Ersten, mit Schleifen, Stickereien und bunten Nelken geschmückt die Zweiten, jedes Jahr ein Ritual aufleben, dessen Ursprünge auf das 14. Jahrhundert zurückgehen.</p>
<p>Der Festtagskalender dieser Volksfeste ist folgendermaßen:</p>
<p>Juni, 23 und 24, Sant Joan in Ciutadella.<br /> Juli, Ende des Monats, Es Mercadal, Fornells y Es Castell.<br /> August, fast jedes Wochenende, Es Migjorn Gran, Llucmaçanes, Alaior, Sant Climent, Ferreries (24 und 25, Sant Bartomeu) und Sant Lluís.<br /> September, 8 und 9, Mare de Déu de Gràcia in Maó.</p>
<p>Die traditionellsten Feste sind die von Sant Joan. Es handelt sich um ein religiöses Fest und sein Ursprung geht bis auf das 14. Jahrhundert zurück: die Ordensmitglieder des Heiligen zogen zu Pferd in Prozession zu einer kleinen Einsiedelei, um ihren Schutzpatron zu ehren. Die «caixers» sind die Reiter, die die verschiedenen Gesellschaftsschichten repräsentieren: die Kirche, den Adel, die Handwerker (Meister und Lehrling) und die Bauern (Landarbeiter &#8211; einer aus dem nördlichen und einer aus dem südlichen Teil des Gemeindegebiets); die «cavallers», der größte Teil der Reitertruppe («qualcada») sind alles Bauern der unterschiedlichsten Altersgruppen, von 7 und 8 Jahren bis zu über 70jährigen.</p>
<p>Das Fest beginnt am Sonntag vor dem 24 Juni, dem Tag des Schafes («Día des Be»). Ein Bauer, der mit Lammfellen bekleidet ist, so wie Johannes der Täufer, durchschreitet barfuß die Altstadtgassen Ciutadellas, begleitet von den «caixers», die auch zu Fuß gehen, und ladet alle ein, an der bald stattfindenden Festlichkeit teilzunehmen. Am 23, um Punkt 2 Uhr nachmittags, beginnt im Palast des «Caixer Senyor» (dem Adligen), der dem Fest für zwei Jahre vorsteht, das Fest mit dem «primer toc», dem ersten Mal, an dem der «flabiol», eine einfache aus Rohr geschnitzte Flöte ertönt, die zusammen mit einer kleinen Trommel während der gesamten Festlichkeiten den Rhythmus der Festakte anführt.</p>
<p>Die wichtigsten Plätze und ungefähren Uhrzeiten der Feste sind folgende:</p>
<p>23. Juni: 14,00 Uhr. Palast des «Caixer Senyor»; 18,00 Uhr. Plaça des Born, wo Pferde und Reiter ihre Kunstfertigkeit und Eleganz zum Rhythmus des «jaleo», der typischen Musik der Feste, zeigen; 19,30 Uhr. Einsiedelei Sant Joan de Missa, 3 Kilometer von Ciutadella; 21,00 Uhr. Gasse Ses Voltes, plaça de la Catedral; 23,30 Uhr. in den engen mittelalterlichen Gassen zwischen Ses Voltes und dem Museum der Bastió de Sa Font und Santa Clara.</p>
<p>24. Juni: ca. 10,00 Uhr. Proben der mittelalterlichen Reiterspiele auf dem Pla de Sant Joan, im Hafen von Ciutadella. Es werden die Reiterumzüge der Nacht in den mittelalterlichen Gassen wiederholt. Nachmittags, um 18,00 Uhr. wird die «la convidada» (die Einladung) zelebriert, wenn der adlige Reiter ins Rathaus einlädt, um bei den Reiterspielen zuzuschauen, die eine Stunde später auf dem Pla de Sant Joan stattfinden. Diese Spiele sind der spektakulärste und gefährlichste Teil der Feste und deshalb sind die erfahrensten Reiter dabei. Sie bestehen aus drei Prüfungen der Reiterkunst: «Ensortilla», Prüfung des Gleichgewichts und Zielsicherheit; «rompre ses carotes», Prüfung der Kunstfertigkeit pro Paar; und «córrer abraçats», die gefährlichste Prüfung, bei der die Pferde Seite an Seite im Galopp lospreschen, während die Reiter zusammen mit dem Arm auf den Schultern des anderen, das Gleichgewicht halten.</p>
<p>Das typische Getränk der Festlichkeit und der anderen Volksfeste der Insel ist der «gin», der Wacholderschnaps, der von den Engändern vererbt wurde, und der mit Limonade oder frisch gepresstem Zitronensaft getrunken wird. In fast allen Dörfern der Insel wird diese Mischung «pomada» genannt.</p>
<p>Zu Sant Joan und während der anderen sommerlichen Festlichkeiten ist das Pferd der menorquinischen Rasse einer der Hauptdarsteller, obwohl auch Pferde anderer Rassen dabei sind. Das Pferd der menorquinischen Rasse, das offiziell 1989 als inseleigene Rasse anerkannt wurde, muss vollkommen schwarz sein, schlank, mit runden Augen und wachem Blick, muskulös und stark, mit langen Beinen und noblem Charakter und elegantem und einfachem Erscheinungsbild. Es eignet sich für jede Art von Dressur, für die Benutzung des Sattels und zum Anspannen. Die Vereinigung der Züchter und Besitzer von Pferden der Menorquinischen Rasse unternimmt alle Anstrengung, um diese Pferde genetisch zu verbessern, die von den europäischen Pferdezüchtern, vor allem den Katalanen, Deutschen und Italienern, sehr geschätzt werden. Die Rasse ist, gemäß den letzten Studien, berberischen Ursprungs und es handelt sich um eines der wenigen vollkommen schwarzen Pferde, die in Europa erhalten sind. Da die Arbeiten auf dem Acker traditionsgemäß von Eseln ausgeführt wurden, hat sich das Pferd schlank und mit flinken Bewegungen erhalten, wodurch heute Exemplare von großer Schönheit, die ständig aufgewertet werden, vorhanden sind.</p>
<p>Der Schutzpatron wird auch in den Patronatsfeiern der anderen Ortschaften gefeiert, wo der «Caixer Senyor», der Adlige, durch den «Caixer Batle», den Bürgermeister oder einem Mitglied der Stadtverwaltung ersetzt wird.</p>
<p>Die Patronatsfeier der Insel wird am 17 Januar, Sant Antoni, begangen. An diesem Tag ruft man die Ankunft der Truppen des katalanisch-aragonesischen Königs Alfonso III der Liberale, im Jahre 1287 in Erinnerung. Zu jenem Zeitpunkt wurde die Insel der Krone von Aragón einverleibt, nachdem sie fast 400 Jahre lang unter maurischer Herrschaft gestanden hatte.</p>
<p><a href="http://www.menorcaguide.info/index.php/Das-ist-Menorca/Infos/tradition-und-feste.html" target="_blank">http://www.menorcaguide.info/…</a></p>
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		<title>Die wilden Reiter von Ciutadella</title>
		<link>http://www.menorcahorses.com/blog/events-shows-feesten/die-wilden-reiter-von-ciutadella/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Jan 2009 08:03:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Events, shows & feesten]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews & artikels]]></category>
		<category><![CDATA[cultuur & tradities]]></category>

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		<description><![CDATA[



Wenn Tausende Zuschauer auf die Plätze Ciutadellas drängen, kann dass nur eines bedeuten: In der menorquinischen Stadt findet das größte Volksfest der Insel statt, &#8220;Sant Joan&#8221;. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frömmigkeit, sondern eine Handvoll tollkühner Reiter auf ihren prächtigen Rössern.

Wenn Tausende Zuschauer auf die Plätze Ciutadellas drängen, kann dass nur eines bedeuten: In [...]]]></description>
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<img title="Sant Joan, Die Welt" src="http://www.menorcahorses.com/blog/images/StJoanX5_DWelt.jpg" alt="Sant Joan, Die Welt" />

<strong>Wenn Tausende Zuschauer auf die Plätze Ciutadellas drängen, kann dass nur eines bedeuten: In der menorquinischen Stadt findet das größte Volksfest der Insel statt, &#8220;Sant Joan&#8221;. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frömmigkeit, sondern eine Handvoll tollkühner Reiter auf ihren prächtigen Rössern.</strong>

Wenn Tausende Zuschauer auf die Plätze Ciutadellas drängen, kann dass nur eines bedeuten: In der menorquinischen Stadt findet das größte Volksfest der Insel statt, &#8220;Sant Joan&#8221;. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frömmigkeit, sondern eine Handvoll tollkühner Reiter auf ihren prächtigen Rössern.

Eigentlich ist Menorca eine beschauliche Ferieninsel. Vor allem Familien mit kleinen Kindern machen hier an den seichten Stränden mit glasklarem Wasser Urlaub. Verglichen mit dem fünfmal größeren Mallorca ist Menorca eine Schönheit vom Lande. Abseits der Küste lässt es sich herrlich wandern und radeln. Knallroter Klatschmohn leuchtet vor weiß gekalkten Landgütern, hinter Bruchsteinmauern weiden Kühe oder die schwarzen Menorquiner-Pferde, die bei vielen der sommerlichen Patronatsfeste eine Hauptrolle spielen, so auch bei den &#8220;Festes de Sant Joan“ in Ciutadella.

Zwei Städte hat die Insel Menorca, je eine am äußersten westlichen und eine am äußersten östlichen Punkt. Jahrhunderte lang rivalisierten die beiden Orte miteinander, hatte doch Mahón, von den Einheimischen Maó genant, 1722 dem altehrwürdigen Ciutadella die Hauptstadtwürde abgerungen. Manches kommt einem in Ciutadella &#8220;spanischer“ vor als in Mahón mit seinem britischen Flair.

Einmal im Jahr erwacht Ciutadelle aus seiner würdevollen Trägheit

Rund um die mächtige Kathedrale bummelt man durch enge Gassen unter schattigen Arkaden, passiert noble Adelspaläste, und die prächtige Fischhalle aus dem 18. Jahrhundert. Einmal im Jahr jedoch, wenn der Sommer beginnt, erwacht Ciutadella aus seiner würdevollen Trägheit. Schon am Wochenende vor dem Namenstag des Heiligen beginnt die Fiesta, die nach einer genau festgelegten Choreographie gefeiert wird. Die wichtigsten Protagonisten der Feierlichkeiten sind die Vertreter verschiedener Stände, die in traditionelle Kostüme gekleidet sind. In der Nacht zum Sonntag vor dem 24. Juni wird ein einjähriger Schafsbock sauber shampooniert, gekämmt, geschmückt und die ganze Nacht von auserwählten Betreuern bewacht.

Punkt neun Uhr am Sonntagmorgen, wenn die Altstadt bereits vor Menschen überquillt, erfolgt der &#8220;primer toc“, der erste Ton eines Flötenspielers. Den Rest der von einer Trommel begleiteten schlichten Melodie ist kaum noch zu vernehmen, da die Menge der Zuhörer in laute Begeisterungsschreie ausbricht. Die Honoratioren sammeln sich hinter dem Schaf, das als Symbol Johannes des Täufers gilt. Das Tier wird nun von einem selbst in Felle gekleideten, eigens dazu ausgewählten Träger auf die Schulter genommen, der mit seiner frommen Fracht rund einhundert Familien besucht und vor deren Türen die offizielle Einladung zum Fest ausspricht.

Unterwegs versuchen die Schaulustigen das Glück bringende Tier zu berühren. Babys werden über die Köpfe der Zuschauer nach vorn gereicht, um ihre Händchen in das weiche Fell zu drücken. Erwartungsvolle Vorfreude auf das bevorstehende Fest liegt über der Stadt. Immer wieder hört man von Flöten, Trommeln und Tröten die eingängige Festmelodie.

In der Luft tanzende Rösser

Am 23. Juni, in diesem Jahr ein Montag, beginnt die eigentliche Fiesta. Eine Kavalkade von rund zweihundert Reitern, die die Stände von Adel, Klerus, Handwerk und Bauern vertreten, zieht durch die Stadt. Ross und Reiter drehen auf den mit Sand bedeckten Straßen sogenannte &#8220;caragols“: schneckenförmige, kunstvolle Figuren. Die zahllosen Schaulustigen versuchen, das Pferd durch Klatschen und Zurufe zum Steigen zu bringen. Hebt das Tier seine Vorderhufe in die Luft, so springen mutige Zuschauer herbei und stützen es, damit es die Bewegung möglichst lange hält.

Manchmal sieht es aus, als tanzten die Rösser von vielen Händen getragen in der Luft. Je länger die Tiere sich auf der Hinterhand halten, desto begeisterter reagiert das Publikum. Diesem turbulenten &#8220;jaleo“, was nicht anderes als Radau oder Lärm bedeutet, schließt sich eine fromme Reitermesse in der Landkapelle Sant Joan de Missa außerhalb der Stadt an.

Während ein Teil der Zuschauer die Pferde zur Kirche begleitet, vergnügt sich der Rest der Festgesellschaft in der Straße der Contramurada mit dem gegenseitigen Bewerfen von Tonnen von tauben Haselnüssen. Zum Höhepunkt kommt die Fiesta, wenn die Reiter spät abends wieder in die Stadt zurückkehren. Bis zum frühen Morgen ziehen sie durch die dicht gedrängten Gassen, lassen ihre Pferde immer wieder steigen oder reiten bis in ausgewählte Häuser hinein. Unterdessen fließen Sangria und &#8220;Pomada“, Gin mit Limonade, in Strömen.

An Schlaf ist nicht zu denken

In ganz Ciutadella ist an Schlaf nicht zu denken. Am folgenden Tag ist das Spektakel noch lange nicht zu Ende. Nach einem feierlichen Hochamt in der Kathedrale beginnen die Reiterspiele auf dem Pla de Sant Joan in der Nähe des Hafenbeckens. Auch hier steht die Menge dicht gedrängt. Die Einheimischen stört die erdrückende Enge keineswegs, sie feiern begeistert die kühnen Reiter, die sich im Ringstechen üben oder sich in gestrecktem Galopp begegnen und so dicht passieren, dass ihnen eine schnelle Umarmung im kurzen Augenblick des Vorbeipreschens gelingt.

Die Fiesta endet mit einem grandiosen Feuerwerk über der Stadt. Erst mit dem Sonnenaufgang kommt die Stadt allmählich zur Ruhe. Jetzt heißt es ausschlafen, denn noch ein gutes Dutzend weiterer sommerlicher Patronatsfeste stehen an, bei dem die &#8220;tanzenden“ Rappen vielerorts die Hauptrolle spielen.
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=JXK9TCpsyfs">http://www.youtube.com/watch?v=JXK9TCpsyfs</a>

(die Welt, 17-06-2008, <a title="Die Welt, artikel über Sant Joan" href="http://www.welt.de/reise/article2088077/Die_wilden_Reiter_von_Ciutadella.html" target="_blank">originele Artikel</a>)

<!--:--><!--:en--><img title="Sant Joan, Die Welt" src="http://www.menorcahorses.com/blog/images/StJoanX5_DWelt.jpg" alt="Sant Joan, Die Welt" />

<strong>Wenn Tausende Zuschauer auf die Plätze Ciutadellas drängen, kann dass nur eines bedeuten: In der menorquinischen Stadt findet das größte Volksfest der Insel statt, &#8220;Sant Joan&#8221;. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frömmigkeit, sondern eine Handvoll tollkühner Reiter auf ihren prächtigen Rössern.</strong>

Wenn Tausende Zuschauer auf die Plätze Ciutadellas drängen, kann dass nur eines bedeuten: In der menorquinischen Stadt findet das größte Volksfest der Insel statt, &#8220;Sant Joan&#8221;. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frömmigkeit, sondern eine Handvoll tollkühner Reiter auf ihren prächtigen Rössern.

Eigentlich ist Menorca eine beschauliche Ferieninsel. Vor allem Familien mit kleinen Kindern machen hier an den seichten Stränden mit glasklarem Wasser Urlaub. Verglichen mit dem fünfmal größeren Mallorca ist Menorca eine Schönheit vom Lande. Abseits der Küste lässt es sich herrlich wandern und radeln. Knallroter Klatschmohn leuchtet vor weiß gekalkten Landgütern, hinter Bruchsteinmauern weiden Kühe oder die schwarzen Menorquiner-Pferde, die bei vielen der sommerlichen Patronatsfeste eine Hauptrolle spielen, so auch bei den &#8220;Festes de Sant Joan“ in Ciutadella.

Zwei Städte hat die Insel Menorca, je eine am äußersten westlichen und eine am äußersten östlichen Punkt. Jahrhunderte lang rivalisierten die beiden Orte miteinander, hatte doch Mahón, von den Einheimischen Maó genant, 1722 dem altehrwürdigen Ciutadella die Hauptstadtwürde abgerungen. Manches kommt einem in Ciutadella &#8220;spanischer“ vor als in Mahón mit seinem britischen Flair.

Einmal im Jahr erwacht Ciutadelle aus seiner würdevollen Trägheit

Rund um die mächtige Kathedrale bummelt man durch enge Gassen unter schattigen Arkaden, passiert noble Adelspaläste, und die prächtige Fischhalle aus dem 18. Jahrhundert. Einmal im Jahr jedoch, wenn der Sommer beginnt, erwacht Ciutadella aus seiner würdevollen Trägheit. Schon am Wochenende vor dem Namenstag des Heiligen beginnt die Fiesta, die nach einer genau festgelegten Choreographie gefeiert wird. Die wichtigsten Protagonisten der Feierlichkeiten sind die Vertreter verschiedener Stände, die in traditionelle Kostüme gekleidet sind. In der Nacht zum Sonntag vor dem 24. Juni wird ein einjähriger Schafsbock sauber shampooniert, gekämmt, geschmückt und die ganze Nacht von auserwählten Betreuern bewacht.

Punkt neun Uhr am Sonntagmorgen, wenn die Altstadt bereits vor Menschen überquillt, erfolgt der &#8220;primer toc“, der erste Ton eines Flötenspielers. Den Rest der von einer Trommel begleiteten schlichten Melodie ist kaum noch zu vernehmen, da die Menge der Zuhörer in laute Begeisterungsschreie ausbricht. Die Honoratioren sammeln sich hinter dem Schaf, das als Symbol Johannes des Täufers gilt. Das Tier wird nun von einem selbst in Felle gekleideten, eigens dazu ausgewählten Träger auf die Schulter genommen, der mit seiner frommen Fracht rund einhundert Familien besucht und vor deren Türen die offizielle Einladung zum Fest ausspricht.

Unterwegs versuchen die Schaulustigen das Glück bringende Tier zu berühren. Babys werden über die Köpfe der Zuschauer nach vorn gereicht, um ihre Händchen in das weiche Fell zu drücken. Erwartungsvolle Vorfreude auf das bevorstehende Fest liegt über der Stadt. Immer wieder hört man von Flöten, Trommeln und Tröten die eingängige Festmelodie.

In der Luft tanzende Rösser

Am 23. Juni, in diesem Jahr ein Montag, beginnt die eigentliche Fiesta. Eine Kavalkade von rund zweihundert Reitern, die die Stände von Adel, Klerus, Handwerk und Bauern vertreten, zieht durch die Stadt. Ross und Reiter drehen auf den mit Sand bedeckten Straßen sogenannte &#8220;caragols“: schneckenförmige, kunstvolle Figuren. Die zahllosen Schaulustigen versuchen, das Pferd durch Klatschen und Zurufe zum Steigen zu bringen. Hebt das Tier seine Vorderhufe in die Luft, so springen mutige Zuschauer herbei und stützen es, damit es die Bewegung möglichst lange hält.

Manchmal sieht es aus, als tanzten die Rösser von vielen Händen getragen in der Luft. Je länger die Tiere sich auf der Hinterhand halten, desto begeisterter reagiert das Publikum. Diesem turbulenten &#8220;jaleo“, was nicht anderes als Radau oder Lärm bedeutet, schließt sich eine fromme Reitermesse in der Landkapelle Sant Joan de Missa außerhalb der Stadt an.

Während ein Teil der Zuschauer die Pferde zur Kirche begleitet, vergnügt sich der Rest der Festgesellschaft in der Straße der Contramurada mit dem gegenseitigen Bewerfen von Tonnen von tauben Haselnüssen. Zum Höhepunkt kommt die Fiesta, wenn die Reiter spät abends wieder in die Stadt zurückkehren. Bis zum frühen Morgen ziehen sie durch die dicht gedrängten Gassen, lassen ihre Pferde immer wieder steigen oder reiten bis in ausgewählte Häuser hinein. Unterdessen fließen Sangria und &#8220;Pomada“, Gin mit Limonade, in Strömen.

An Schlaf ist nicht zu denken

In ganz Ciutadella ist an Schlaf nicht zu denken. Am folgenden Tag ist das Spektakel noch lange nicht zu Ende. Nach einem feierlichen Hochamt in der Kathedrale beginnen die Reiterspiele auf dem Pla de Sant Joan in der Nähe des Hafenbeckens. Auch hier steht die Menge dicht gedrängt. Die Einheimischen stört die erdrückende Enge keineswegs, sie feiern begeistert die kühnen Reiter, die sich im Ringstechen üben oder sich in gestrecktem Galopp begegnen und so dicht passieren, dass ihnen eine schnelle Umarmung im kurzen Augenblick des Vorbeipreschens gelingt.

Die Fiesta endet mit einem grandiosen Feuerwerk über der Stadt. Erst mit dem Sonnenaufgang kommt die Stadt allmählich zur Ruhe. Jetzt heißt es ausschlafen, denn noch ein gutes Dutzend weiterer sommerlicher Patronatsfeste stehen an, bei dem die &#8220;tanzenden“ Rappen vielerorts die Hauptrolle spielen.
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=JXK9TCpsyfs">http://www.youtube.com/watch?v=JXK9TCpsyfs</a>

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(die Welt, 17-06-2008, <a title="Die Welt, artikel über Sant Joan" href="http://www.welt.de/reise/article2088077/Die_wilden_Reiter_von_Ciutadella.html" target="_blank">originele Artikel</a>)<!--:--><!--:es-->

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<strong>Wenn Tausende Zuschauer auf die Plätze Ciutadellas drängen, kann dass nur eines bedeuten: In der menorquinischen Stadt findet das größte Volksfest der Insel statt, &#8220;Sant Joan&#8221;. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frömmigkeit, sondern eine Handvoll tollkühner Reiter auf ihren prächtigen Rössern.</strong>

Wenn Tausende Zuschauer auf die Plätze Ciutadellas drängen, kann dass nur eines bedeuten: In der menorquinischen Stadt findet das größte Volksfest der Insel statt, &#8220;Sant Joan&#8221;. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frömmigkeit, sondern eine Handvoll tollkühner Reiter auf ihren prächtigen Rössern.

Eigentlich ist Menorca eine beschauliche Ferieninsel. Vor allem Familien mit kleinen Kindern machen hier an den seichten Stränden mit glasklarem Wasser Urlaub. Verglichen mit dem fünfmal größeren Mallorca ist Menorca eine Schönheit vom Lande. Abseits der Küste lässt es sich herrlich wandern und radeln. Knallroter Klatschmohn leuchtet vor weiß gekalkten Landgütern, hinter Bruchsteinmauern weiden Kühe oder die schwarzen Menorquiner-Pferde, die bei vielen der sommerlichen Patronatsfeste eine Hauptrolle spielen, so auch bei den &#8220;Festes de Sant Joan“ in Ciutadella.

Zwei Städte hat die Insel Menorca, je eine am äußersten westlichen und eine am äußersten östlichen Punkt. Jahrhunderte lang rivalisierten die beiden Orte miteinander, hatte doch Mahón, von den Einheimischen Maó genant, 1722 dem altehrwürdigen Ciutadella die Hauptstadtwürde abgerungen. Manches kommt einem in Ciutadella &#8220;spanischer“ vor als in Mahón mit seinem britischen Flair.

Einmal im Jahr erwacht Ciutadelle aus seiner würdevollen Trägheit

Rund um die mächtige Kathedrale bummelt man durch enge Gassen unter schattigen Arkaden, passiert noble Adelspaläste, und die prächtige Fischhalle aus dem 18. Jahrhundert. Einmal im Jahr jedoch, wenn der Sommer beginnt, erwacht Ciutadella aus seiner würdevollen Trägheit. Schon am Wochenende vor dem Namenstag des Heiligen beginnt die Fiesta, die nach einer genau festgelegten Choreographie gefeiert wird. Die wichtigsten Protagonisten der Feierlichkeiten sind die Vertreter verschiedener Stände, die in traditionelle Kostüme gekleidet sind. In der Nacht zum Sonntag vor dem 24. Juni wird ein einjähriger Schafsbock sauber shampooniert, gekämmt, geschmückt und die ganze Nacht von auserwählten Betreuern bewacht.

Punkt neun Uhr am Sonntagmorgen, wenn die Altstadt bereits vor Menschen überquillt, erfolgt der &#8220;primer toc“, der erste Ton eines Flötenspielers. Den Rest der von einer Trommel begleiteten schlichten Melodie ist kaum noch zu vernehmen, da die Menge der Zuhörer in laute Begeisterungsschreie ausbricht. Die Honoratioren sammeln sich hinter dem Schaf, das als Symbol Johannes des Täufers gilt. Das Tier wird nun von einem selbst in Felle gekleideten, eigens dazu ausgewählten Träger auf die Schulter genommen, der mit seiner frommen Fracht rund einhundert Familien besucht und vor deren Türen die offizielle Einladung zum Fest ausspricht.

Unterwegs versuchen die Schaulustigen das Glück bringende Tier zu berühren. Babys werden über die Köpfe der Zuschauer nach vorn gereicht, um ihre Händchen in das weiche Fell zu drücken. Erwartungsvolle Vorfreude auf das bevorstehende Fest liegt über der Stadt. Immer wieder hört man von Flöten, Trommeln und Tröten die eingängige Festmelodie.

In der Luft tanzende Rösser

Am 23. Juni, in diesem Jahr ein Montag, beginnt die eigentliche Fiesta. Eine Kavalkade von rund zweihundert Reitern, die die Stände von Adel, Klerus, Handwerk und Bauern vertreten, zieht durch die Stadt. Ross und Reiter drehen auf den mit Sand bedeckten Straßen sogenannte &#8220;caragols“: schneckenförmige, kunstvolle Figuren. Die zahllosen Schaulustigen versuchen, das Pferd durch Klatschen und Zurufe zum Steigen zu bringen. Hebt das Tier seine Vorderhufe in die Luft, so springen mutige Zuschauer herbei und stützen es, damit es die Bewegung möglichst lange hält.

Manchmal sieht es aus, als tanzten die Rösser von vielen Händen getragen in der Luft. Je länger die Tiere sich auf der Hinterhand halten, desto begeisterter reagiert das Publikum. Diesem turbulenten &#8220;jaleo“, was nicht anderes als Radau oder Lärm bedeutet, schließt sich eine fromme Reitermesse in der Landkapelle Sant Joan de Missa außerhalb der Stadt an.

Während ein Teil der Zuschauer die Pferde zur Kirche begleitet, vergnügt sich der Rest der Festgesellschaft in der Straße der Contramurada mit dem gegenseitigen Bewerfen von Tonnen von tauben Haselnüssen. Zum Höhepunkt kommt die Fiesta, wenn die Reiter spät abends wieder in die Stadt zurückkehren. Bis zum frühen Morgen ziehen sie durch die dicht gedrängten Gassen, lassen ihre Pferde immer wieder steigen oder reiten bis in ausgewählte Häuser hinein. Unterdessen fließen Sangria und &#8220;Pomada“, Gin mit Limonade, in Strömen.

An Schlaf ist nicht zu denken

In ganz Ciutadella ist an Schlaf nicht zu denken. Am folgenden Tag ist das Spektakel noch lange nicht zu Ende. Nach einem feierlichen Hochamt in der Kathedrale beginnen die Reiterspiele auf dem Pla de Sant Joan in der Nähe des Hafenbeckens. Auch hier steht die Menge dicht gedrängt. Die Einheimischen stört die erdrückende Enge keineswegs, sie feiern begeistert die kühnen Reiter, die sich im Ringstechen üben oder sich in gestrecktem Galopp begegnen und so dicht passieren, dass ihnen eine schnelle Umarmung im kurzen Augenblick des Vorbeipreschens gelingt.

Die Fiesta endet mit einem grandiosen Feuerwerk über der Stadt. Erst mit dem Sonnenaufgang kommt die Stadt allmählich zur Ruhe. Jetzt heißt es ausschlafen, denn noch ein gutes Dutzend weiterer sommerlicher Patronatsfeste stehen an, bei dem die &#8220;tanzenden“ Rappen vielerorts die Hauptrolle spielen.
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=JXK9TCpsyfs">http://www.youtube.com/watch?v=JXK9TCpsyfs</a>

(die Welt, 17-06-2008, <a title="Die Welt, artikel über Sant Joan" href="http://www.welt.de/reise/article2088077/Die_wilden_Reiter_von_Ciutadella.html" target="_blank">originele Artikel</a>)

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<img title="Sant Joan, Die Welt" src="http://www.menorcahorses.com/blog/images/StJoanX5_DWelt.jpg" alt="Sant Joan, Die Welt" />

<strong>Wenn Tausende Zuschauer auf die Plätze Ciutadellas drängen, kann dass nur eines bedeuten: In der menorquinischen Stadt findet das größte Volksfest der Insel statt, &#8220;Sant Joan&#8221;. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frömmigkeit, sondern eine Handvoll tollkühner Reiter auf ihren prächtigen Rössern.</strong>

Wenn Tausende Zuschauer auf die Plätze Ciutadellas drängen, kann dass nur eines bedeuten: In der menorquinischen Stadt findet das größte Volksfest der Insel statt, &#8220;Sant Joan&#8221;. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frömmigkeit, sondern eine Handvoll tollkühner Reiter auf ihren prächtigen Rössern.

Eigentlich ist Menorca eine beschauliche Ferieninsel. Vor allem Familien mit kleinen Kindern machen hier an den seichten Stränden mit glasklarem Wasser Urlaub. Verglichen mit dem fünfmal größeren Mallorca ist Menorca eine Schönheit vom Lande. Abseits der Küste lässt es sich herrlich wandern und radeln. Knallroter Klatschmohn leuchtet vor weiß gekalkten Landgütern, hinter Bruchsteinmauern weiden Kühe oder die schwarzen Menorquiner-Pferde, die bei vielen der sommerlichen Patronatsfeste eine Hauptrolle spielen, so auch bei den &#8220;Festes de Sant Joan“ in Ciutadella.

Zwei Städte hat die Insel Menorca, je eine am äußersten westlichen und eine am äußersten östlichen Punkt. Jahrhunderte lang rivalisierten die beiden Orte miteinander, hatte doch Mahón, von den Einheimischen Maó genant, 1722 dem altehrwürdigen Ciutadella die Hauptstadtwürde abgerungen. Manches kommt einem in Ciutadella &#8220;spanischer“ vor als in Mahón mit seinem britischen Flair.

Einmal im Jahr erwacht Ciutadelle aus seiner würdevollen Trägheit

Rund um die mächtige Kathedrale bummelt man durch enge Gassen unter schattigen Arkaden, passiert noble Adelspaläste, und die prächtige Fischhalle aus dem 18. Jahrhundert. Einmal im Jahr jedoch, wenn der Sommer beginnt, erwacht Ciutadella aus seiner würdevollen Trägheit. Schon am Wochenende vor dem Namenstag des Heiligen beginnt die Fiesta, die nach einer genau festgelegten Choreographie gefeiert wird. Die wichtigsten Protagonisten der Feierlichkeiten sind die Vertreter verschiedener Stände, die in traditionelle Kostüme gekleidet sind. In der Nacht zum Sonntag vor dem 24. Juni wird ein einjähriger Schafsbock sauber shampooniert, gekämmt, geschmückt und die ganze Nacht von auserwählten Betreuern bewacht.

Punkt neun Uhr am Sonntagmorgen, wenn die Altstadt bereits vor Menschen überquillt, erfolgt der &#8220;primer toc“, der erste Ton eines Flötenspielers. Den Rest der von einer Trommel begleiteten schlichten Melodie ist kaum noch zu vernehmen, da die Menge der Zuhörer in laute Begeisterungsschreie ausbricht. Die Honoratioren sammeln sich hinter dem Schaf, das als Symbol Johannes des Täufers gilt. Das Tier wird nun von einem selbst in Felle gekleideten, eigens dazu ausgewählten Träger auf die Schulter genommen, der mit seiner frommen Fracht rund einhundert Familien besucht und vor deren Türen die offizielle Einladung zum Fest ausspricht.

Unterwegs versuchen die Schaulustigen das Glück bringende Tier zu berühren. Babys werden über die Köpfe der Zuschauer nach vorn gereicht, um ihre Händchen in das weiche Fell zu drücken. Erwartungsvolle Vorfreude auf das bevorstehende Fest liegt über der Stadt. Immer wieder hört man von Flöten, Trommeln und Tröten die eingängige Festmelodie.

In der Luft tanzende Rösser

Am 23. Juni, in diesem Jahr ein Montag, beginnt die eigentliche Fiesta. Eine Kavalkade von rund zweihundert Reitern, die die Stände von Adel, Klerus, Handwerk und Bauern vertreten, zieht durch die Stadt. Ross und Reiter drehen auf den mit Sand bedeckten Straßen sogenannte &#8220;caragols“: schneckenförmige, kunstvolle Figuren. Die zahllosen Schaulustigen versuchen, das Pferd durch Klatschen und Zurufe zum Steigen zu bringen. Hebt das Tier seine Vorderhufe in die Luft, so springen mutige Zuschauer herbei und stützen es, damit es die Bewegung möglichst lange hält.

Manchmal sieht es aus, als tanzten die Rösser von vielen Händen getragen in der Luft. Je länger die Tiere sich auf der Hinterhand halten, desto begeisterter reagiert das Publikum. Diesem turbulenten &#8220;jaleo“, was nicht anderes als Radau oder Lärm bedeutet, schließt sich eine fromme Reitermesse in der Landkapelle Sant Joan de Missa außerhalb der Stadt an.

Während ein Teil der Zuschauer die Pferde zur Kirche begleitet, vergnügt sich der Rest der Festgesellschaft in der Straße der Contramurada mit dem gegenseitigen Bewerfen von Tonnen von tauben Haselnüssen. Zum Höhepunkt kommt die Fiesta, wenn die Reiter spät abends wieder in die Stadt zurückkehren. Bis zum frühen Morgen ziehen sie durch die dicht gedrängten Gassen, lassen ihre Pferde immer wieder steigen oder reiten bis in ausgewählte Häuser hinein. Unterdessen fließen Sangria und &#8220;Pomada“, Gin mit Limonade, in Strömen.

An Schlaf ist nicht zu denken

In ganz Ciutadella ist an Schlaf nicht zu denken. Am folgenden Tag ist das Spektakel noch lange nicht zu Ende. Nach einem feierlichen Hochamt in der Kathedrale beginnen die Reiterspiele auf dem Pla de Sant Joan in der Nähe des Hafenbeckens. Auch hier steht die Menge dicht gedrängt. Die Einheimischen stört die erdrückende Enge keineswegs, sie feiern begeistert die kühnen Reiter, die sich im Ringstechen üben oder sich in gestrecktem Galopp begegnen und so dicht passieren, dass ihnen eine schnelle Umarmung im kurzen Augenblick des Vorbeipreschens gelingt.

Die Fiesta endet mit einem grandiosen Feuerwerk über der Stadt. Erst mit dem Sonnenaufgang kommt die Stadt allmählich zur Ruhe. Jetzt heißt es ausschlafen, denn noch ein gutes Dutzend weiterer sommerlicher Patronatsfeste stehen an, bei dem die &#8220;tanzenden“ Rappen vielerorts die Hauptrolle spielen.
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=JXK9TCpsyfs">http://www.youtube.com/watch?v=JXK9TCpsyfs</a>

(die Welt, 17-06-2008, <a title="Die Welt, artikel über Sant Joan" href="http://www.welt.de/reise/article2088077/Die_wilden_Reiter_von_Ciutadella.html" target="_blank">originele Artikel</a>)

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